Hinter Abwasserleben steckt kein großes Unternehmen, keine Werbeagentur und auch kein fertiges Hochglanzprojekt. Dahinter steckt vor allem eines:
Abwassertechnik schützt Umwelt, Gesundheit und Lebensqualität – jeden Tag, rund um die Uhr.
Wir betreiben Kläranlagen, Kanalnetze und Pumpwerke, überwachen Prozesse, beseitigen Störungen, warten und reparieren Technik und sorgen dafür, dass gereinigtes Abwasser sicher in unsere Gewässer zurückgeführt werden kann.
Dabei arbeiten wir oft dort, wo uns kaum jemand sieht.
Die Idee hinter Abwasserleben ist eigentlich ganz einfach: Es soll eine Plattform für alle sein, die sich für Abwassertechnik und die Arbeit, die dahintersteckt, interessieren.
Hier soll jeder etwas entdecken können und sich wiederfinden.
Mal fachlich, mal spielerisch und manchmal auch mit einem Augenzwinkern: Mit interaktiven Kläranlagen, Simulationen, Quiz, Geschichten aus dem Betriebsalltag, Störungen, kuriosen Fundstücken und den Menschen, die hinter der Abwassertechnik stehen.
Abwassermeister und Betriebsleiter der Zentralkläranlage Gemünden am Main – gelegen im wunderschönen Landkreis Main-Spessart.
Und wie ich überhaupt vom Fernmeldehandwerker bei der Deutschen Bundespost in der Abwassertechnik gelandet bin, ist eine etwas längere Geschichte … 😉
Vom Fernmeldehandwerker bei der Deutschen Bundespost zum Abwassermeister und Betriebsleiter – eine Entscheidung, die mein berufliches Leben bis heute prägt.
Mein Berufsleben begann zunächst ganz woanders. Als gelernter Fernmeldehandwerker bei der Deutschen Bundespost hatte ich mit Telefonen, Kabeln und Leitungen zu tun – ein Beruf, den ich wirklich gerne gemacht habe.
Dann kam der große Wechsel: von der Deutschen Bundespost zur Stadt Gemünden am Main und damit hinein in die Welt der Abwassertechnik.
Angefangen habe ich auf einer damals schon ziemlich betagten Schreiber-Tropfkörperanlage in Gemünden am Main.
Aus dem Fernmeldehandwerker wurde zunächst ein Mitarbeiter auf einer Kläranlage. Später folgte die erste fachliche Qualifikation zum sogenannten „kleinen Facharbeiter“, wie man das damals nannte – beziehungsweise zum Klärwärter.
1996 ging es mit der Qualifikation zum Ver- und Entsorger weiter und später schließlich mit der Weiterbildung zum Abwassermeister.
Abwassertechnik ist unglaublich interessant, vielfältig und technisch anspruchsvoll. Kein Tag ist wirklich wie der andere. Die Technik entwickelt sich ständig weiter, die Anforderungen wachsen und es kommen immer wieder neue Aufgaben und Herausforderungen hinzu.
Heute bin ich Betriebsleiter und Abwassermeister der Zentralkläranlage Gemünden am Main. Unsere Kläranlage ist für rund 19.000 Einwohnerwerte (EW) ausgelegt und arbeitet seit 2006 mit SBR-Technik.
Doch zur Abwasserentsorgung gehört natürlich wesentlich mehr als nur die Kläranlage. Zu unserem Aufgabenbereich gehören außerdem rund 135 Kilometer Kanalnetz, 25 Pumpwerke und 25 Sonderbauwerke.
Damit wird einem eigentlich nie langweilig.
Irgendwo gibt es immer eine Pumpe, die gerade beschlossen hat, nicht mehr pumpen zu wollen, eine Messung, die plötzlich etwas ganz anderes misst als gestern, oder eine Steuerung, die einem freundlich mitteilt:
Und nein: Ich stehe nicht den ganzen Tag am Beckenrand und schaue
dem Abwasser beim Reinigen zu.
Zumindest nicht jeden Tag. 😉
Neben meiner täglichen Arbeit liegt mir die Aus- und Weiterbildung besonders am Herzen. Deshalb bin ich außerdem:
Weil Abwassertechnik auch nach mehr als drei Jahrzehnten ein Beruf ist, bei dem man eigentlich nie fertig gelernt hat. Neue Technik, neue Vorschriften, neue Verfahren und ständig steigende Anforderungen sorgen dafür, dass sich unser Beruf permanent weiterentwickelt.
Ich gebe gerne das weiter, was ich mir über viele Jahre an Fachwissen und praktischer Erfahrung angeeignet habe. Gleichzeitig lerne ich bei Seminaren, Nachbarschaftstagen und im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen selbst immer wieder etwas dazu.
Denn häufig findet man die beste Lösung nicht allein am Schreibtisch, sondern im Gespräch mit jemandem, der sagt: „Das Problem hatten wir auch schon mal …“
Moderne Abwassertechnik bedeutet für mich deshalb weit mehr als Pumpen, Becken, Gebläse, Messgeräte, Elektrotechnik und Steuerungen. Entscheidend sind die Menschen dahinter – Menschen, die ihr Handwerk verstehen, Verantwortung übernehmen und bereit sind, ihr Wissen und ihre Erfahrungen miteinander zu teilen.